Die Gewinner des »eDorf« Wettbewerbs stehen fest

Endlich ist es soweit: Heute, Dienstag, den 13.12.2016, entschied der Ministerrat, welche beiden der insgesamt 20 Bewerber ab März 2017 als »eDorf« Modellgemeinde mit der Umsetzung ihrer Projektideen beginnen können.

Zur Auswahl der Modellgemeinden wurde ein Wettbewerb durchgeführt, in welchem sich alle bayerischen Gemeinden aus »Räumen mit besonderem Handlungsbedarf« bewerben konnten. In Nordbayern haben sich 59 Gemeinden im Rahmen von 11 Bewerbungen beteiligt, in Südbayern gingen 9 Bewerbungen von insgesamt 23 Gemeinden ein. Am 13. Dezember fiel die Entscheidung des Ministerrats auf Basis der Empfehlung einer sechsköpfigen Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunalpolitik.

Aus dem hervorragenden Bewerberfeld wurden für die Durchführung des Modellprojekts in Nordbayern die Bewerbung der Steinwald-Allianz, in Südbayern die des Verbunds Spiegelau-Frauenau gekürt.

Gewinner Nordbayern: Steinwald-Allianz

Nordbayern

Die Projektidee der Steinwald Allianz konnte die Jury innerhalb Nordbayerns am meisten überzeugen. Es wurde als das Projekt mit dem umfassendsten Ansatz beurteilt und hat als Zielgruppe Bürger jeden Alters. Im Mittelpunkt der Projektidee der Steinwald-Allianz steht die Vernetzung der örtlichen Anbieter regionaler Produkte und Dienstleistungen mit der Bevölkerung. Daran angeschlossen ist unter dem Titel »mobiler Bauernmarkt« ein lokales Belieferungskonzept, welches das Ziel hat, neben der Verbesserung der Nahversorgung auch Arbeitsplätze zu erhalten oder gar zu schaffen. Perspektivisch besitzt die Projektidee eine hohe Anschlussfähigkeit und kann durch weitere Dienstleistungen, z. B. aus dem Gesundheitssektor oder im Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen, ergänzt werden.

Kern des Projektes stellt die Entwicklung einer digitalen Plattform dar, die Kunden, Betreiber und Erzeuger miteinander vernetzt, Daten austauscht und Touren plant. Daran angeknüpft werden weitere Angebote, wie z.B. eine Wohn- und Technikberatung für selbstbestimmtes Wohnen im Alter zu Hause. Kern und zentrale Anlaufstelle stellt dabei der örtliche Dorfladen dar.

Bis Ende Februar 2017 wird die Steinwald-Allianz gemeinsam mit dem Fraunhofer IIS und dem Fraunhofer IESE die Projektidee weiter ausarbeiten und die Konzeptinhalte schärfen.

Gewinner Südbayern: Spiegelau-Frauenau

Südbayern

Der hohe Detaillierungsgrad der Bewerbung sowie die sinnvolle Partnerauswahl – bereits durch Grundsatzvereinbarungen und umfangreiche Investitionszusagen ergänzt – begründen die Erstplatzierung dieser landkreisübergreifenden Verbundbewerbung. Ebenso überzeugten die aufgeführten Ideen hinsichtlich Modell-Charakter und »Leuchtturm-Wirkung«.

Das Vorhaben des Gemeindeverbunds Spiegelau-Frauenau verfolgt einen umfassenden Ansatz aus den sieben Maßnahmenfeldern Telemedizin, digitales Rathaus, Dorfshuttle, Nahversorgung durch ein Bestell- und Liefersystem im Lebensmitteleinzelhandel, Wohnwelten für unterschiedlich pflegebedürftige Zielgruppen, digitale Lehr- und Bildungsangebote und einem Telearbeitszentrum. Im Rahmen des Projektes soll unter anderem ein ganzheitlich am Menschen orientiertes, interdisziplinär vernetztes Medizin- und Pflegenetzwerk entstehen.

Zielgruppe sind alle Bürger, Zielsetzung ist die Erhöhung der Behandlungsqualität. Digitalisierung und technologische Unterstützung ermöglichen dabei zum Beispiel ein selbstbestimmtes Leben für ältere Menschen oder Menschen mit Handicap. Die Medizin kommt zum Menschen – und nicht umgekehrt. Mögliche Inhalte sind eine medizinische Koordinierungsstelle, ein Telemedizin Netzwerk Center bzw. ein Gesundheitszentrum (Pflege, Wohnen, Medizin). Unterstützt und umgesetzt werden die Maßnahmen mit Hilfe eines digitalen Informationssystems, einer Gemeindeschwester und ehrenamtlichem Engagement.

Bis Ende Februar 2017 wird der Verbund Spiegelau-Frauenau gemeinsam mit der Technischen Hochschule Deggendorf die Projektidee weiter ausarbeiten und die Konzeptinhalte schärfen.

Die »eDorf-Community«
Damit nicht nur die Gewinner, sondern alle Gemeinden frühzeitig von den durchgeführten Projekten profitieren und eigene Initiativen und Erfahrungen präsentieren können, wird eine »eDorf-Community« ins Leben gerufen. Allen interessierten Gemeinden steht die Teilnahme an dieser Plattform offen, die Anfang 2017 aktiv werden soll und dem Erfahrungsaustausch, der Kontaktanbahnung, der Vermittlung von Best Practices und über einen »eDorf-Atlas« der Darstellung in der Öffentlichkeit dient.

Ab März 2017 wird mit der Umsetzung der Digitalisierungskonzepte in den beiden Modellgemeinden begonnen. Bis Mitte 2018 ist dabei die Umsetzung wesentlicher Projektinhalte geplant.

Um die digitale Vernetzung noch mehr in den Vordergrund zu stellen, hat der Ministerrat beschlossen,  das »eDorf« künftig »digitales Dorf« zu nennen.

Zum Bericht aus der Kabinettssitzung vom 13.12.2016

Zur Pressemeldung des Technologiecampus Grafenau der Technischen Hochschule Deggendorf