Senioren lauschen einer Rednerin

Digitale Lösungen für ein besseres Leben im Alter

Frauenau. BLADL – so ist die Bezeichnung der Aktion. Mit dem umgangssprachlichen Blatt Papier hat es aber nichts zu tun. Es ist gewissermaßen die Fortsetzung, ist BLADL doch die Abkürzung für „Besser leben im Alter durch digitale Lösungen“. Es ist ein Teilaspekt des Projekts „Digitales Dorf“ zur Förderung der Digitalisierung im ländlichen Raum. Und die BLADL-Auftaktveranstaltung in Frauenau im Glasmuseum stieß gleich auf große Resonanz. Über 50 Teilnehmer aus der Generation 60plus wollten sich über die Möglichkeiten und die Funktion von Smartphone und Tablet informieren.

„Ich bin begeistert, wie viele Leute höheren Alters die digitale Welt kennenlernen wollen. Es ist nicht unsere Welt, aber wir müssen uns darin bewegen“, sagte Bürgermeister Herbert Schreiner bei seiner Begrüßung. Damit sprach er gleich ein Problem an. Die digitale Welt hält zwar für Senioren viele Chancen bereit, die das Leben leichter machen können. Doch sind für viele Computer, Smartphone oder Tablet ungewohnt, wenn nicht gar fremd.

Ziel der Veranstaltung im Glasmuseum war, die Berührungsängste gegenüber digitalen Geräten zu senken und einen ersten Überblick zu schaffen. Dazu war ein 8-köpfiges Team des Technologiecampus Grafenau, der das BLADL-Projekt betreut, nach Frauenau gekommen.

Zuerst stellte Nicole Feldengut, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Technologie-Campus Grafenau, mit einem PowerPoint-Vortrag Smartphone und Tablet vor. „Wir wollen, dass Sie die Geräte selber ausprobieren“, machte sie gleich deutlich. Deshalb kümmerte sich im Anschluss ein wissenschaftlicher Mitarbeiter um kleinere Gruppen.

„Nach Einschätzung der Mitarbeiter, welche die Thementische betreuten, standen im Vordergrund Beratungsgespräche zu Kaufempfehlungen, Apps installieren und gerätespezifischen Einstellungen, PC-Probleme und die Bedienung der Geräte. Einige TN brachten ihre eigenen Geräte bereits mit und stellten Fragen dazu, andere gaben an, sich ein Gerät anzuschaffen zu wollen“, berichtete Dietmar Jakob, Projektleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Technologie-Campus Grafenau.

Er zeigte sich sehr zufrieden mit dem großen Zuspruch. Die gleiche Veranstaltung war schon einige Tage zuvor in Mauth abgehalten worden und war dort ebenfalls gut besucht. „Nach Auswertung der Feedbackbögen kann man feststellen, dass die Teilnehmer fast ausschließlich mit der Veranstaltung sehr zufrieden waren. Eine negative Bewertung einzelner Punkte gab es nicht. Die Medienkompetenz ist unterschiedlich ausgeprägt. Manche nutzen die digitalen Technologien bereits, haben aber Defizite im Umgang. Andere besitzen noch keine Geräte, sind aber an einer Nutzung sehr interessiert. Wie in der Gemeinde Mauth besteht auch in Frauenau überwiegend der Wunsch, Seminare in Kleingruppen mit maximal 5 – 6 Teilnehmern durchzuführen“, zieht Jakob Bilanz.

Weitere Möglichkeiten, die digitale Welt zu erkunden, haben die Senioren in den nächsten Monaten. Es sind insgesamt rund 10 themenbezogene Veranstaltungen geplant. Dabei soll es um solche Themen wie Whatsapp, Online-Banking, Sicherheit im Internet gehen.

Bild (Sven Bauer)